🚐 Endlich wieder unterwegs
Unsere Nordspanien Winterreise mit dem Wohnmobil begann Ende Februar – und zwar mit genau dem Wetter, das man sich eigentlich nicht wünscht, wenn man in den Süden fährt: Regen, Kälte und dieses graue „wirklich jetzt?“ draußen vor der Scheibe.
Die ersten Kilometer waren entsprechend unspektakulär. Wobei „unspektakulär“ bei uns meistens nur die Ruhe vor dem Sturm ist.
Während wir Richtung Bodensee rollten, war die Stimmung im Wohnmobil irgendwo zwischen Vorfreude, Kaffee und der leisen Hoffnung, dass es weiter südlich irgendwann besser wird.
Frankreich begrüßte uns dann auch nicht gerade mit offenen Armen. Eher mit nasser Straße, grauem Himmel und einem Navi, das bei jedem kleinen Höhenzug nervös wurde.
Aber genau da beginnt für uns oft schon das Reisen: nicht im Sonnenschein, sondern im Unterwegssein.
Und natürlich wurde unterwegs eingesammelt, was eben so dazugehört. Linsen, Speck, Salami – alles direkt beim Erzeuger. Wenn schon grauer Himmel, dann wenigstens guter Inhalt im Kühlschrank.
🇫🇷 Durch Frankreich Richtung Süden
Je weiter wir fuhren, desto mehr wurde aus „wir schauen mal“ ein „wir kommen tatsächlich an“.
Die Landschaft blieb lange zurückhaltend, aber genau dieses langsame Durchqueren hat seinen eigenen Charme. Kleine Dörfer, leere Straßen und dieses Gefühl, irgendwo zwischen Alltag und Aufbruch zu hängen.
Irgendwo kurz hinter Le Puy-en-Velay blieb uns dann ein kurzer Blick hängen: eine Landschaft, die gleichzeitig schön und ein bisschen melancholisch wirkte. Genau diese Mischung bleibt oft länger im Kopf als jede Sehenswürdigkeit.
⛰️ Die ersten verschneiten Pyrenäen
Und dann kam er: der Moment, in dem sich alles verändert.
Die Pyrenäen tauchten auf. Erst schemenhaft, dann immer klarer. Und plötzlich standen da diese Berge – weiß, mächtig und komplett unbeeindruckt davon, dass wir gerade angekommen waren.
Ab da wurde die Fahrt spannend.
Serpentinen, Schnee am Straßenrand, Felsen direkt neben der Fahrbahn. Und wir mittendrin, mit diesem typischen Gefühl von: „Gut, dass wir losgefahren sind.“
Die Landschaft wurde immer wilder und irgendwann hatten wir mehr mit Staunen als mit Fahren zu tun.
🇪🇸 Endlich Spanien und Aínsa
Der Grenzübertritt bei Vielha war unscheinbar – kein großes Schild, kein Drama. Aber für uns trotzdem ein kleiner Wendepunkt: Spanien!
Und dann kam Aínsa.
Der Stellplatz lag perfekt: direkt am Fluss, mit Blick auf die alte Festung und nur wenige Schritte zur Altstadt.
Aínsa selbst war wie aus einem Film.
Stein, enge Gassen, Kopfsteinpflaster und über allem die Castillo Fortaleza de Aínsa, die seit Jahrhunderten einfach da steht.
Am Abend wurde es besonders schön. Wenn das Licht weicher wird und die Berge im Hintergrund langsam dunkel werden, hat der Ort etwas fast Magisches.
🪨 Lavaderos, Huhn und kleine Entdeckungen am Weg
Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Lleida.
Und wie so oft waren es nicht die großen Sehenswürdigkeiten, sondern die kleinen Dinge am Straßenrand, die hängen geblieben sind.
Ein alter Lavadero, eine historische Waschstelle.
Ein geschnitztes Holzhuhn, das einfach irgendwo stand, als wäre es schon immer dort gewesen.
Und überall diese kleinen Holzkunstwerke, die man nicht einordnen kann und genau deshalb nicht vergisst.
🪨 Abrigos del Tozal de Mallata – Felszeichnungen
Dann kam einer dieser Orte, die man nicht einfach besucht, sondern erlebt.
Die Felszeichnungen von Abrigos del Tozal de Mallata.
Schon der Weg dorthin war besonders: weite Blicke, offene Landschaft, Ruhe.
Der Aufstieg war dann alles andere als gemütlich: schmale Pfade, steinige Abschnitte, Leitern, ein bisschen Klettern.
Oben angekommen standen wir vor über 6.000 Jahre alten Felszeichnungen – Tiere, Menschen, Jagdszenen.
Man schaut drauf und merkt plötzlich, wie jung alles andere eigentlich ist.
🪶 Geier, Brücke und kleine Zwischenmomente
Auf der gegenüberliegenden Felswand kreisten Geier in der Thermik, als hätten sie auf diesen Moment gewartet.
Später führte uns der Weg noch zu einer alten Steinbrücke – schmal, leicht wackelig, aber genau deshalb perfekt.
🌧️ Und plötzlich war alles anders
Dann kam die Nachricht.
Corona im Betrieb. Viele Mitarbeiter betroffen.
Und plötzlich war klar: Wir müssen zurück.
Die Entscheidung war schnell getroffen, aber trotzdem schwer.
Also ging es zurück durch Frankreich, vorbei an Barcelona, Richtung Heimat.
Vorher noch ein letzter Einkauf im spanischen Supermarkt – Brot, Gemüse, Chorizo. Ein stiller Abschied in Lebensmitteln.
🚐 Unser Fazit zur Nordspanien Winterreise
Unsere Nordspanien Winterreise mit dem Wohnmobil war kurz, intensiv und voller Kontraste.
Von Regen und grauen Straßen über verschneite Berge bis hin zu mittelalterlichen Städten und uralten Felszeichnungen.
Auch wenn die Reise früher endete als geplant, bleibt genau das hängen: die Mischung aus Planung, Zufall und diesen Momenten, die man nicht planen kann.
Manchmal sind es nicht die langen Reisen, die am meisten erzählen – sondern die, die plötzlich aufhören.
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