Provence zur Lavendelblüte 2022

🌿 Diesmal sollte es endlich klappen

Vor einigen Jahren hatten wir das Glück, die Lavendelblüte Provence in ihrer ganzen Pracht zu erleben. Seitdem versuchten wir immer wieder, genau diesen Moment noch einmal zu erwischen.

Das Problem: Der Lavendel hielt sich nie an unsere Urlaubsplanung.

Mal waren wir zu früh unterwegs und die Felder noch grün. Mal waren wir zu spät und die Ernte bereits durch. Selbst im Mai dieses Jahres standen wir wieder vor jeder Menge Grün – nur eben nicht vor dem erhofften Violett.

Also fassten wir einen neuen Plan: Anfang Juli zurück in die Provence. Diesmal sollte es endlich klappen.

🚐 Über die Schweiz Richtung Süden

Für die Anreise entschieden wir uns für die Route durch die Schweiz. Die Berge wurden höher, die Temperaturen angenehmer und das Urlaubsgefühl stellte sich langsam ein.

Unsere erste Nacht verbrachten wir am Lac de Nantua in Frankreich. Direkt am See fanden wir einen ruhigen Stellplatz für das Wohnmobil.

Kein großes Programm, keine Sehenswürdigkeiten, einfach nur ankommen und durchatmen. Manchmal sind genau diese unspektakulären Abende die besten.

🌻 Gelbe Felder als Vorgeschmack

Auf der Weiterfahrt fiel uns auf, dass die Landschaft plötzlich immer gelber wurde.

Kilometerweit erstreckten sich Sonnenblumenfelder entlang der Straßen. Die riesigen Blütenköpfe waren alle in dieselbe Richtung gedreht, als würden sie gemeinsam versuchen, die Sonne nicht aus den Augen zu verlieren.

Eigentlich waren wir wegen des Lavendels unterwegs. Aber diese gelben Felder machten die Wartezeit deutlich angenehmer.

💜 Endlich wieder Lavendelblüte in der Provence

Und dann war er plötzlich da.

Der erste Lavendel.

Erst nur ein kleines Feld am Straßenrand. Wenige Kilometer später zwei weitere. Und irgendwann hatte man das Gefühl, die komplette Landschaft wäre in Violett getaucht.

Genau deshalb waren wir gekommen.

Die Lavendelblüte Provence zeigte sich von ihrer besten Seite. Endlose Reihen zogen sich über die Hügel, der Duft lag in der Luft und selbst das Fotografieren wurde langsam zur Herausforderung, weil hinter jeder Kurve schon das nächste Motiv wartete.

Besonders schön fanden wir die einzelnen Häuser mitten zwischen den Feldern. Umgeben von Lavendel wirkten sie fast so, als hätten ihre Bewohner vor Jahren beschlossen, den Rest der Welt einfach zu ignorieren.

🍯 Die Provence schmeckt nach Lavendel

In der Provence kommt man am Lavendel nicht vorbei.

Wirklich nicht.

Er wächst auf den Feldern, steht in den Vorgärten, hängt in den Läden und landet am Ende sogar auf dem Teller.

Überall wurden Lavendelhonig, Lavendelgebäck, Lavendeleis und unzählige andere Spezialitäten angeboten.

Irgendwann hatten wir das Gefühl, dass man hier vermutlich sogar eine Lavendelpizza finden könnte, wenn man nur lange genug sucht.

🧪 Unser eigenes Provence-Souvenir

Zwischen all den Hofläden und Marktständen entstand eine Idee.

Warum nicht selbst etwas aus Lavendel machen?

Also sammelten wir einige frische Lavendelstiele und setzten einen Lavendelessig an. Die Blüten kamen in Weißweinessig und sollten dort ihr Aroma entfalten.

Eine schöne Erinnerung an die Reise – und deutlich leichter zu transportieren als ein halbes Lavendelfeld.

👉 Wenn du wissen willst, wie wir ihn gemacht haben:
Lavendelessig – Anleitung & Rezept findest du hier

🏭 Wo aus Lavendel Öl wird

Am Straßenrand entdeckten wir eine kleine Lavendel-Destillerie.

Natürlich mussten wir anhalten.

Schon auf dem Parkplatz lag dieser typische Duft in der Luft. Im Laden daneben gab es alles, was sich irgendwie aus Lavendel herstellen lässt: Seifen, Parfüm, Kerzen, Honig und vermutlich noch einiges mehr, das wir übersehen haben.

Solche kleinen Betriebe machen den besonderen Charme der Provence aus. Kein Hochglanz-Tourismus, sondern echte Handarbeit.

🚜 Zwischen Handarbeit und Traktor

An einem Feld beobachteten wir eine Familie, die bereits geernteten Lavendel zum Trocknen ausgebreitet hatte.

Große Planen voller duftender Pflanzen lagen in der Sonne und zeigten, wie viel Arbeit hinter der Lavendelernte steckt.

Wenige Kilometer weiter sah die Sache ganz anders aus.

Dort war ein Bauer mit seinem Traktor unterwegs und erntete eine jüngere Lavendelpflanzung maschinell.

Innerhalb weniger Minuten wurde klar: Auch die Lavendelproduktion ist längst irgendwo zwischen Tradition und Moderne angekommen.

🦋 Kleine Besucher zwischen den Blüten

Zwischen all dem Violett fiel noch etwas anderes auf.

Überall flatterten Schmetterlinge durch die Felder.

Während wir versuchten, schöne Fotos zu machen, schienen die Schmetterlinge ihre eigene Mission zu verfolgen und ständig genau dort zu landen, wo man gerade hinschaute.

Die Lavendelfelder waren nicht nur für Touristen attraktiv.

Offensichtlich wussten auch die Insekten sehr genau, wo es schön ist.

🧺 Markttag in der Provence

In einer kleinen Stadt machten wir Mittagspause.

Wie der Zufall es wollte, war gerade Markttag.

Zwischen den Ständen herrschte reges Treiben, überall wurde gehandelt, probiert und diskutiert.

Besonders interessant fanden wir einen Korbflechter, der mit erstaunlicher Geduld Körbe aus Weidenruten herstellte.

Während wir schon beim Zuschauen das Gefühl hatten, zwei linke Hände zu besitzen, arbeitete er völlig entspannt weiter.

Es sah einfach aus.

War es vermutlich nicht.

🏛️ Die berühmte Abbaye de Sénanque

Am späten Nachmittag erreichten wir die Abbaye de Sénanque.

Wenn man Bilder von der Lavendelblüte Provence sieht, dann stammt gefühlt jedes zweite von genau diesem Ort.

Die alte Abtei liegt mitten in einem Tal und wird im Sommer von Lavendelfeldern eingerahmt. Entsprechend groß war der Besucherandrang.

Wir beschlossen trotzdem zu bleiben und die Nacht auf dem Parkplatz zu verbringen. Die Hoffnung auf einen ruhigen Abend war allerdings etwas optimistisch.

Bis weit nach Sonnenuntergang kamen immer wieder Autos, Fotografen und Besucher vorbei. Offenbar wollten alle denselben Sonnenuntergang fotografieren.

🐎 Unerwartetes Fotoshooting im Morgengrauen

Noch vor Sonnenaufgang wurden wir plötzlich wach.

Nicht wegen eines Hahns. Nicht wegen eines Weckers.

Sondern wegen einer kleinen Filmproduktion.

Mehrere Fahrzeuge rollten auf den Parkplatz, darunter ein Pferdeanhänger. Kurz darauf wurde ein schneeweißes Pferd ausgeladen und eine junge Reiterin geschniegelt, geschniegelt und nochmals geschniegelt.

Dann begann das Shooting.

Fotografen, Kameraleute, Drohne – alles war dabei.

Immer wieder ritt die Reiterin durch die Lavendelfelder vor der Abtei, während das Team die perfekte Aufnahme suchte.

Unser Frühstück entwickelte sich dadurch ungeplant zu einem Logenplatz für die Produktion eines vermutlich sehr teuren Werbefilms.

🎉 Lavendelfest in Apt

Der nächste Höhepunkt wartete in Apt.

Wir hatten die Reise perfekt getimt, denn genau an diesem Wochenende fanden die traditionellen Lavendeltage statt.

Die ganze Stadt stand im Zeichen des Lavendels.

Zwischen den Ständen zog sich der Duft durch die Gassen und überall wurden regionale Spezialitäten angeboten.

Natürlich mussten wir probieren.

Lavendeleis.

Lavendelbaguette.

Lavendel-Madeleines.

Lavendelbaiser.

Irgendwann waren wir uns nicht mehr sicher, ob wir auf einem Fest oder in einem groß angelegten Lavendel-Selbstversuch gelandet waren.

Lecker war es trotzdem.

💜 Lavendel in allen Variationen

Auf dem Fest wurde schnell klar, dass Lavendel hier weit mehr ist als eine Pflanze.

Er steckt praktisch überall drin.

In Duftbeuteln, Seifen, Ölen, Honig, Kerzen und unzähligen anderen Produkten.

Besonders die kleinen Lavendelsäckchen waren überall zu finden. Hübsch anzusehen, angenehm duftend und deutlich praktischer als ein ganzer Lavendelstrauß im Kleiderschrank.

🌾 Vom Feld in den Büdel

An vielen Ständen wurden auch die traditionellen Lavendelbüschel angeboten.

Die Stängel werden dabei zu kleinen Bündeln zusammengebunden und anschließend getrocknet.

Einfach, dekorativ und typisch Provence.

Und ehrlich gesagt sieht ein selbstgebundener Lavendelbüdel auch deutlich authentischer aus als manches Souvenir aus dem Touristenladen.

🏡 Durch Dörfer wie aus einer anderen Zeit

Nach dem Trubel in Apt zog es uns wieder hinaus aufs Land.

Die Route führte durch kleine Bergdörfer mit engen Gassen, Natursteinhäusern und bunten Fensterläden.

Viele Orte wirkten, als wäre die Zeit dort vor einigen Jahrzehnten einfach stehen geblieben.

Immer wieder öffneten sich zwischen den Häusern weite Ausblicke über Lavendelfelder und Hügellandschaften.

Genau diese Mischung aus Natur, Ruhe und Ursprünglichkeit macht die Provence so besonders.

🏭 So entsteht Lavendelöl

Unterwegs entdeckten wir eine Lavendeldestillerie in vollem Betrieb.

Hier wurde frisch geernteter Lavendel in großen Containern angeliefert und direkt verarbeitet.

Der Duft war schon von weitem wahrnehmbar.

Mit Hilfe von Wasserdampf wurden die ätherischen Öle aus den Blüten gelöst und anschließend aufgefangen.

Spannend zu beobachten – und gleichzeitig beeindruckend, wie viel Arbeit hinter einem kleinen Fläschchen Lavendelöl steckt.

🌿 Was nach der Ernte übrig bleibt

Neben den Destillerien lagen teilweise riesige Berge aus Lavendelresten.

Meterhoch stapelten sich die Pflanzenreste nach der Ölgewinnung.

Erst dort wurde sichtbar, welche Mengen Lavendel in der Provence jedes Jahr verarbeitet werden.

Auch wenn die Haufen nicht mehr ganz so intensiv dufteten wie die Felder, waren sie trotzdem beeindruckend..

⛰️ Zwischen Lavendelfeldern und Seealpen

Die Provence besteht nicht nur aus Lavendel.

Je weiter wir unterwegs waren, desto häufiger wechselten sich violette Felder mit wilden Berglandschaften ab.

Schroffe Felsen, enge Schluchten und kurvenreiche Straßen sorgten immer wieder für völlig neue Eindrücke.

Genau dieser Kontrast macht die Region so spannend.

🌅 Stellplatz mit Blick auf Nizza

Für eine Nacht fanden wir einen Stellplatz hoch oben in den Bergen.

Von dort hatten wir einen fantastischen Blick auf Nizza.

Langsam gingen die Lichter der Stadt an, während die Sonne hinter den Bergen verschwand.

Dazu ein leichter Wind und absolute Ruhe.

Mehr braucht es manchmal nicht für einen perfekten Abend.

Ganz in der Nähe lag die Madone d’Utelle, ein abgelegener Wallfahrtsort hoch über dem Tal.

Ein beeindruckender Ort, der perfekt zu dieser Landschaft passte.

🚐 Die Aussicht gab es nicht umsonst

Der Weg zu unserem Schlafplatz war allerdings nichts für schwache Nerven.

Enge Serpentinen, steile Abgründe und Straßen, bei denen man Gegenverkehr lieber nicht begegnen möchte.

Runter ging es am nächsten Morgen übrigens auch nicht entspannter.

Auf der Suche nach frischen Croissants hielten wir später noch in einem kleinen Dorf.

Der Plan war gut.

Die Umsetzung weniger.

Wir fanden weder Bäcker noch Croissants.

Nur geschlossene Fensterläden und jede Menge Ruhe.

❄️ Über die Alpen zurück nach Hause

Langsam wurde es Zeit für die Heimreise.

Über mehrere Pässe führte uns der Weg zurück Richtung Heimat.

Dabei wartete noch eine kleine Überraschung auf uns.

Während wir wenige Tage zuvor bei über 30 Grad zwischen Lavendelfeldern unterwegs gewesen waren, lag in den höheren Regionen stellenweise noch Schnee.

Ein ziemlich verrückter Kontrast.

Innerhalb weniger Stunden wechselten wir von Hochsommer zu Schneeresten am Straßenrand.

💜 Unser Fazit zur Lavendelblüte in der Provence

Die Reise zur Lavendelblüte Provence hat sich absolut gelohnt.

Diesmal hatten wir endlich den richtigen Zeitpunkt erwischt.

Endlose Lavendelfelder, kleine Bergdörfer, traditionelle Märkte, spannende Einblicke in die Lavendelernte und unzählige regionale Spezialitäten machten die Reise zu einem echten Erlebnis.

Dazu kamen besondere Momente wie die Abbaye de Sénanque, das unerwartete Pferde-Shooting im Morgengrauen oder unser Stellplatz mit Blick auf Nizza.

Und ja – wir haben unterwegs wahrscheinlich mehr Lavendel gesehen, gerochen und gegessen als jemals zuvor.

Aber genau deshalb werden wir uns an diese Reise noch lange erinnern. 💜🚐🇫🇷

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